Wie Sie die Zuhörer gekonnt in Ihren Vortrag involvieren

Sie  können eine noch so gute Präsentation vorbereiten und einen mitreisenden Vortrag halten, werden aber dennoch scheitern wenn Sie vergessen den Zuhörer zu involvieren. In einem Vortrag müssen Sie den Zuhörer stets einzubeziehen. Transformieren Sie den Monolog zum Dialog! In diesem Artikel möchte ich Ihnen ein paar Tipps geben wie Sie dies umsetzen können.

 
Indirekte Einbeziehung

Eine erste einfache Form um die Zuhörer indirekt zu involvieren besteht in der Verwendung von „Sie“ Sätzen. Wenden Sie sich dabei an die Zuhörer und verwenden Sie personalisierte statt allgemeinen Aussagen. Dies können Sie durch Aussagen wie beispielsweise „Das haben Sie sicherlich auch schon erlebt…“ oder „Das bedeutet für Sie …“ erreichen.

 
Direktes Einbeziehen

Eine noch intensivere Form um die Zuhörer einzubinden besteht in einer direkten Einbeziehung. Dies ist nicht einfach und durch den ungewissen Ausgang von Situationen bedarf es einiger Übung damit Sie stets korrekt reagieren können. Eine direkte Einbeziehung erreichen Sie durch Fragen, Demos und Vorführungen. Lassen Sie zum Beispiel jemanden aus dem Publikum etwas ausprobieren statt es selbst zu zeigen. Statt zum Beispiel ein Video von den tollen neuen Bedienmöglichkeiten ihrer Softwarelösung zu zeigen können Sie jemanden aus dem Publikum direkt die Software unter Ihrer Anleitung bedienen lassen. Diese Form der Präsentation ist selbstverständlich schwieriger als nur ein Video zu starten, wird aber einen wesentlich höheren Erfolg erzielen.

 
Fragen an das Publikum

Durch Fragen können Sie Ihr Publikum ebenfalls sehr gut einbinden. Achten Sie dabei aber stets darauf dass Sie niemanden durch Fragen blossstellen. Eine Frage an jemanden zu richten, der offensichtlich mit den Gedanken gerade woanders war, ist eine gute Taktik für einen Lehrer, aber nichts dass Sie als Vortragender machen sollten. Sie sollten im Gegenteil sogar eher vorsichtig agieren. Wenn man jemanden direkt anspricht und er die Antwort nicht weiss, könnte er den Vortragenden eher negativ in Erinnerung behalten und im Verlauf des Vortrags eventuell selbst mit gemeinen Fragen kontern.

Bei leicht zu beantwortende Fragen bietet es sich an diese in die Runde zu werfen. Dabei können Sie die Frage auch so stellen das diese mit Handzeichen zu beantworten ist. Fragen, deren Antworten hingegen etwas länger ausfallen, sollten Sie lieber direkt an einzelne Personen stellen. Diese Personen sollten Sie dabei aber nicht überraschen sondern evtl. durch vorhergehende Fragen schon geeignete Kandidaten ermitteln. Zum Beispiel können Sie erst eine allgemeine Frage die mit Handzeichen beantwortet werden kann stellen: „Wer kennt Beispiele für …“ und dann direkt einzelne Personen ansprechen: „Können sie ihre Beispiele bitte nennen?“.

 
Fragen aus dem Publikum

Im Idealfall werden Sie ein sehr interessiertes Publikum haben das selbst Rückfragen während Ihres Vortrags stellt. Hier sollten Sie entsprechend offen reagieren um jeden im Publikum damit für eigene Fragen zu motivieren. Wenn Ihnen eine Frage gestellt wird dann bedanken Sie sich als erstes für diese gute Frage. Wenn die Frage zum aktuellen Inhalt passt können Sie diese gleich beantworten.

Wollen Sie die Frage hingegen für eine spätere Beantwortung zurückstellen, dann sollten Sie nicht einfach nur sagen dass Sie dies später beantworten, sondern die Frage gezielt aufnehmen. Dies dient zum einen Ihnen selbst da Sie sich nicht alle Fragen merken müssen und zeigt zum anderen den Respekt dem Fragesteller gegenüber. Sie stellen dessen Frage nicht einfach zurück um diese dann eventuell am Ende unter den Teppich zu kehren, sondern Sie nehmen die Frage bewusst entgegen um Sie später auf jeden Fall zu beantworten. Notieren Sie dazu die zurückgestellten Fragen in einer öffentlich sichtbaren Liste, zum Beispiel auf einem Flip Chart. Nachdem Sie die Frage notiert haben sollten Sie beim Fragesteller rückfragen ob die Frage von Ihnen korrekt aufgeschrieben und verstanden wurde.

Schwierig gestalten sich Fragen bei denen Sie die Antwort zwar kennen, aber eine kurze Bedenkzeit benötigen. Hier müssen Sie entsprechend geschickt reagieren um die Bedenkzeit zu gewinnen ohne dabei aber eine direkte Pause in Ihrem Vortrag einlegen zu müssen. Dazu können Sie die „Ball zurück“ Technik nutzen und eine kurze Gegenfrage stellen wodurch der Fragende seine Fragestellung präzisieren wird. Sie benötigen diese Präzisierung zwar nicht, nutzen aber die gewonnene Zeit als Bedenkzeit. Eine zweite Möglichkeit besteht darin die Frage ins Publikum zurück zu spiegeln. Dies bietet sich an wenn es sich um eine allgemeine Frage stellt die gut vom Publikum beantwortet werden kann oder wenn aus dem bisher gehörten Vortragsthemen bereits eine Antwort abgeleitet werden kann.

 
Fazit

Ein Vortrag wird erst dann richtig erfolgreich werden wenn Sie das Publikum einbeziehen. Dies ist im Allgemeinen nicht so schwierig. Ihnen stehen diverse Möglichkeiten bereit aus dem Monolog in den Dialog zu wechseln. Und ich versichere Ihnen, auch Ihnen wird der Vortrag noch mehr Spass machen wenn Sie das Publikum involvieren und begeistern können.

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Eine Antwort zu Wie Sie die Zuhörer gekonnt in Ihren Vortrag involvieren

  1. JoeBoe schreibt:

    Die oben genannten Tipps zum Einbeziehen des Publikums sind in jedem Fall universeller einzusetzen als z. B. solche, die auf Vorarbeit des Publikums abzielen. Somit auch für mich in einem Uni-Seminar anzuwenden – danke 🙂

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